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Mitgliederbeitrag: "Heinz Down Under II"

Australien, Jahreswechsel 2000/2001

Liebe Verwandte, Freunde und Bekannte.

Heute zuerst einmal ein paar allgemeine Gedanken zu Land und Leuten. Wir waren eigentlich von Beginn weg beeindruckt von der Freundlichkeit, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Australier, vor allem ausserhalb der grossen Städte. Vor allem auf den Caravan Plätzen wo vorwiegend Australier sind, hat man sofort Kontakt, bekommt gute Tips für die Weiterreise oder für die nähere Umgebung und erfährt auch sonst eine Menge über Land und Leute. Immer wieder bekommen wir spontan Adressen und Telefonnummern, um die Leute später zu besuchen. Alle reden sich hier mit dem Vornamen an und in jedem Geschäft, sei es Supermarket, Postbüro oder Bank, ist jeder mit seinem Namensschild angeschrieben und auch der Direktor wird einfach mit dem Vornamen angesprochen.

Das Reisen hier ist sehr unterschiedlich. Die Freeways sind wie unsere Autobahnen. Dann gibt es die Highways, die sehr unterschiedlich sind. Mal sind sie sehr gut ausgebaut und oft vierspurig, oder sie sind dreispurig und haben abwechslungsweise Ueberholspuren. Da steht dann jeweils eine Tafel die besagt, dass nach 5 oder 3 oder 2 km oder 500 m eine Ueberholspur beginnt. So gibt es weniger gefährliche Ueberholmanöver. Die etwas weniger verkehrsintensiven Routen sind dann jeweils zweispurige, z.T. ziemlich schmale Strassen. Die einfachste Version von Highways sind diejenigen im "Outback". Dort ist dann nur noch der Mittelstreifen gepflastert. Wenn etwas entgegenkommt, müssen beide Fahrzeuge mit einer Seite auf den ungeteteerten Teil ausweichen. Nur wenn ein sogenannter "Roadtrain" (das ist ein grosser Lastwagen mit bis zu zwei Anhängern) in vollem Tempo daherkommt, muss man ganz ausweichen. Die können nämlich nur geradeaus an einem vorbeirohren. Man hört sie aber schon von weitem und kann so anhalten, da man in der Staubwolke sowieso nichts mehr sehen würde. Wenn es regnet, oder die Strasse noch nass ist, kann das ganz schön unangenehm werden. Heinz musste auch schon in den Dreck aussteigen, damit er den 4Rad-Antrieb in Gang setzen konnte, sonst wären wir mit unserm Wohnanhänger wohl stecken geblieben. Aber eigentlich ist das Reisen weg von den grossen "Achsen" viel schöner.

Auch das Klima ist sehr unterschiedlich. Wir haben von 42 Hitze bis fast frieren schon alles erlebt. Im Landesinnern (d.h. im Moment kann ich nur von Südaustralien, Victoria, New South Wales und Queensland sprechen) ist es eher heiss, aber trocken. An der Küste ist es heiss und feucht (das mögen wir etwas weniger). Bis gestern waren wir in der Hochebene des Tafellandes von Nord New South Wales auf über 1000 m Höhe und da war es zwar heiss tagsüber, aber trocken und abends hat es schön abgekühlt und man konnte gut schlafen.

Aber nun zu unserer Weiterreise. Nach unserer Rückkehr am Abend des 20. Dezember fuhren wir wieder nach Rockbank (nordöstl.v.Melbourne), wo wir unsern Wohnanhänger auf einer Farm stehen lassen konnten. Sie haben dort einige Trabrennpferde und fahren damit auch zu Rennen. Weihnachten haben wir dann mit dieser australischen Familie verbracht. Am 24. wird hier gar nicht gefeiert, erst am 25. Es gab ein sehr gutes, opulentes Mittagessen. (Wir haben am Vorabend bis nach Mitternacht Gemüse gerüstet!). Den ganzen Tag kamen und gingen Verwandte und Freunde der Familie. Am 28. gings dann weiter nordwärts nach Beechworth (Bäckerei mit den besten Eclairs, Bienenstichen und Wespennestern Australiens). Leider hat dann unser Troopie (Toyota Landcruiser Troop Carrier) den Geist aufgegeben. Wir hatten den Caravan Platz (einer der besten und schönsten) grad noch erreicht, als er keinen Wank mehr machte. Mit Hilfe von sehr netten Nachbarn und einem tüchtigen, jungen Autoelektriker waren wir am frühen Nachmittag des 30. Dezember wieder flott. Leider waren wir beim Goldwaschen nicht erfolgreich (also kein Zustupf für die Autoreparaturrechnung!). Am 2. Januar waren wir bei einem Mitpassagier vom Schiff und seiner Frau in Wodonga/Albury eingeladen zum Uebernachten.

Am 7. Januar gings dann weiter in die "Snowy Mountains" in die Yarrangobilly Caves. Wir kamen erst etwa um halbacht dort an und haben einfach auf dem Parkplatz übernachtet. Morgens um 3 h hörte ich plötzlich einen Lärm, sauste mit der Lampe raus und da war ein grosser, fetter Wombat und hat die Tonne für die Büchsen ungeschmissen. Er war wahrscheinlich genau so erstaunt wie ich. Ich ging zurück zum Wohnwagen und weckte Heinz. Als ich wieder aussteigen wollte, war er direkt vor der Tür. Wieder auf dem Boden hat er an meinen Zehen geschnuppert und war sichtlich enttäuscht, dass er nichts zu fressen fand. Er hat sich dann langsam davon gemacht, nicht ohne noch zwei- dreimal zurückzuschauen, ob es wirklich gar nichts gebe. Als ich dann am Morgen auf einer "Privatführung" (wir waren nur zu zweit), es der Führerin erzählte, lachte sie und meinte, ich hätte Glück gehabt, mit dem Besuch von Harley, der als Waisenjunge von einer Kollegin aufgezogen wurde und jetzt aber wieder in der Wildnis lebt. Weiter gings nach Queanbeayn bei Canberra.

Canberra ist sehr grosszügig angelegt mit vielen Alleen und Bäumen, eine richtige Parkstadt aber etwas steril, wie viele Regierungssitze. Sehr interessant war der Besuch der Tidbinbilla Deep Space Tracking Station. Von dort aus werden die Raumflüge verfolgt und übertragen. Die seinerzeitige Mondlandung wurde noch von der alten Station im Tidbinbilla-Nat.Park übertragen. Auf schönen Wegen im Park haben wir auch wieder einmal Koalas, Kangurus und Emus gesehen. Nächste Station war Kiama, südlich von Sydney. Wir haben dort den deutschen Opalminer von Yowah mit seiner Familie getroffen. Vreni (Schweizerin), Uwe und Ricardo (13) Barfuss und 3 schöne Tage miteinander verbracht mit Hochseefischen (und einem grossen Fischessen am Abend), plaudern etc.

Weiter ging in die Reise in die "Blue Mountains". Leider war das Wetter nicht gut, aber bei Regenwetter geht man am besten Grotten anschauen, dort spielt das Wetter keine Rolle. Die Jenolan Caves sind wirklich sensationell. Wir sind zweimal dahingefahren und haben jedesmal 2 Caves besucht. Für alles müsste man 4 Tage bleiben und die Besichtigungstouren sind z.T. sehr ansgtrengend. Von Emu Plains, unserem Standort aus, gings dann nach Sydney.

Wunderschöner Caravan Park in einem Nationalpark im Grossraum Sydney (Lane Cove River Car.Park im Lane Cove Nat.Park). Mit dem Bus vor der Tür zur nächsten Bahnstation in Chatswood und dem Zug waren wir in kanpp 3/4 Stunden mitten im Zentrum von Sydney. Natürlich gehörte ein Besuch des Kulturzentrums mit der berühmten Oper, Theater, Konzertsäälen und kleineren Bühnen für Cabaret etc. zum Programm. Museen, Aquarium, Ozenarium, Zoo etc. gehörten auch dazu. Sehr schön war es mit den Fähren. Eine Fahrt mit dem letzten Postboot Australiens, ca. 3 1/2 Stunden, ab Brooklyn liessen wir uns auch nicht entgehen. Da bringt der "Pöstler" auch mal noch Brot, Lebensmittel und Getränke!

Nach Sydney gings die Küste hoch und da kam der grosse Regen. 3 1/2 Tage hat es ununterbrochen geschüttet (nicht nur geregnet). Gottseidank waren wir dann 3 Tage auf einem Car-Platz mit Zementflächen, sodass der Troopie, der Wohnwagen und der Tisch (unter dem Sonnen/Regendach gings ja) im Trockenen waren. Zu den Toiletten oder ins Büro gingen wir mit Schirm aber barfuss, da das Wasser manchmal fast knöcheltief auf dem Gras lag. Viele Strassen waren unterbrochen wegen Ueberschwemmungen und Erdrutschen. So auch der Pacific Highway, die Hauptstrasse nach Brisbane. So haben wir uns entschlossen, etwas ins Innere, in die Höhe nach Glen Innes auszuweichen und dort nach Saphiren zu suchen. Wir haben sogar einige kleine Stücke gefunden und auch Zirkone. Auf dem Weg zur Fundstelle, trafen wir auch eine Schafherde mit 3 Hunden und 2 Reitern. Auf meine Frage, ob in nächster Zeit hier ein Schafscheren stattfinden würde, fragte der eine den andern, ob er ein Schaf scheren würde."Ich habe ganz und gar nichts dagegen" meinte der andere. Wir sollten bis zum Haus fahren und dort warten. Ihr glaubt es nicht, aber Andrew, der Schafscherer hat tatsächlich für uns zwei Schafe geschoren, damit wir Filmen und fotografieren konnten! Dann war da noch die grosse 3-tägige "Show" in Glen Innes - eine Mischung zwischen Olma und sportlichen Wettkämpfen mit Kamelrennen, Rasenmäherrennen, Trabrennen, Springkonkurrenz, Kälbertreiben mit Pferden, Rodeo, Holzhacken, Heuballentürmebauen, Traktor- und Autoparade, Feuerwerk, Chilbi etc. Wir haben dort auch Neville, den Besitzer der Schafe wieder getroffen und Andrew war bei einer Reitervorfürung dabei. In Emmaville wollten wir Topaze suchen. Leider liessen sie sich nicht finden, dafür haben wir nette Leute kennengelernt. Wenn man hier zu einem Haus zu fährt, um um Erlaubnis zum Suchen zu fragen, sagt man dort nicht "was wollt ihr?" sondern "wie kann ich euch helfen?" Das tönt doch ganz anders!

Nun verlassen wir New Soth Wales und gehen über Grenze nach Queensland (Uhr 1 Stunde zurückstellen. Die haben keine Sommerzeit). Hier ist es um 19 h bereits dunkel! Von Texas, an Oslo vorbei nach Roma geht es weiter. Ganz schön in der Geographie rum. Von Roma aus gehts mit einem kleinen Flugzeug über die Carnarvon Schluchten (danke für die Geburtstagsgeschenke!). Richtung Küste, in Chinchilla haben wir schönes, versteinertes Holz gefunden. Gestern Nachmittag sind wir in Brisbane eingetroffen und heute bei Bekannten vom Zeltplatz aus unserer "Regenzeit" eingeladen. Ueber Brisbane berichten wir dann ein anderes Mal.

Für heute liebe Grüsse an alle. Seid schön artig und drückt uns die Dauemn, dass alles weiterhin gut verläuft.

Herzlichst Euer Reiseteam Dor und Heinz

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